Vanya Veras, seit April 2026 Generalsekretärin der EERA, nahm die von MGG ausgesprochene Einladung nach Amstetten und Kematen/Ybbs an und kam persönlich, um sich ein Bild des Vorzeige-Unternehmens zu machen.

Metran-Geschäftsführer Gunther Panowitz (1. von links) führte durch das Unternehmen, mit dabei (von links): Michael Kimmeswenger, Lisa Maria Rainer, Vanya Veras, Daniel Forstner.
Ziel des Besuchs Anfang Juli war es, sich im persönlichen, intensiven Gedankenaustausch kennenzulernen und die Anliegen des Unternehmens vorzubringen. Um die Recycling-Philosophie, die MGG verfolgt, auch in der Praxis zu veranschaulichen, stand ein ausführliches Besuchsprogramm auf der Agenda, das die Generalsekretärin zu Metrec, Metran und Polymers führte. Veras konnte so die gesamte Prozesskette des E-Schrotts hautnah verfolgen.
Beispielgebend dafür stand der Recyclingprozess eines Staubsaugerroboters: Fachgerechte Entnahme von Batterien, danach die mechanische Zerkleinerung zur Trennung der verschiedenen Fraktionen. Hochwertige Metalle wie Stahl, Aluminium oder Kupfer werden zurückgewonnen und wieder in den Produktionskreislauf eingebracht („Urban Mining“). Der recycelte Kunststoff wird zu hochwertigen Rezyklaten verarbeitet und als Premium-Material für die Produktion von neuen Elektrogeräten verwendet. („We close the Loop“).
Viele Themen – viel Gesprächsbedarf

Anregende Gespräche auch während der Besichtigung: Philipp Felber, Vanya Veras und Maximilian Hager (von links).
Eine Reihe von Themen standen auf der Tagesordnung, ganz oben die „Waste Shipment Regulation“. Diese EU-Verordnung regelt den grenzüberschreitenden Transport von Abfällen innerhalb der Europäischen Union sowie den Import und Export in bzw. aus Drittstaaten. Auch das DIWASS, eine digitale Plattform für den Transport von Abfällen, sowie der „Critical Raw Materials Act“ standen auf der Liste. Ziel dieser EU-Initiative ist es, die Versorgung Europas mit kritischen Rohstoffen zu sichern und die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus Recyclingprozessen deutlich auszubauen. Aus Sicht von MGG wäre es ein wichtiger Schritt, wenn solche hochwertigen Sekundärrohstoffe künftig stärker als Produkte und weniger als Abfälle behandelt würden, da dies zahlreiche praktische und regulatorische Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette reduzieren könnte.

Spannende Details auch im Polymers-Labor: Philipp Felber im Gespräch mit Vanya Veras.
Angesprochen wurde auch, dass das Sammeln von E-Schrott innerhalb der Mitgliedsstaaten leider unterschiedlich geregelt ist, was die internationale Zusammenarbeit erschwert. Auch die oftmals im E-Schrott verbleibenden Lithium-Ionen-Batterien – sie verursachen bei unsachgemäßer Entsorgung immer wieder gefährliche Brände – waren ein Thema. Strengere und verpflichtende Mindeststandards für das Recycling von E-Schrott werden derzeit auf europäischer Ebene diskutiert. Bei MGG arbeitet man bereits seit Jahren an diesen strengen CENELEC-Vorgaben.
Allgemein betrachtet ist die Situation in der Branche herausfordernd. Das Marktumfeld für Recyclingkunststoffe ist schwierig, billige Neuware aus Asien schwappt nach Europa. Der CO2-Benefit von recyceltem Kunststoff ist leider kein Verkaufsargument. Dazu kommen immer strengere Grenzwerte, derzeit aktuell im Bereich der Flammschutzmittel.
Generalsekretärin Veras zeigte sich beeindruck. Mit der Zusage, die Inhalte der Gespräche mitzunehmen und entsprechend vorzubringen, verabschiedete sie sich nach zwei spannenden Tagen aus Amstetten und Kematen/Ybbs.

Maximilian Hager, MGG Polymers – Geschäftsführer, präsentiert Vanya Veras das Unternehmen in Kematen an der Ybbs.
Zur Person Vanya Veras
Die Vereinigung der europäischen Elektroschrottrecycler (EERA) hat Vanya Veras mit 1. April 2026 zur neuen Generalsekretärin ernannt. Veras verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in den Bereichen Umweltpolitik und Nachhaltigkeit sowie in der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Interessengruppen, davon rund 20 Jahre im Abfallmanagement. Zu ihren Stationen zählen unter anderem eine Tätigkeit als Environmental Affairs Manager bei Coca-Cola in Griechenland sowie als Sonderberaterin für Abfallfragen beim Bürgermeister von Piräus. Zudem war sie in der Vergangenheit als Generalsekretärin des europäischen Verbands der Kommunalentsorger Municipal Waste Europe tätig.
