Mit 1. Jänner 2026 hat die Müller-Guttenbrunn GmbH die Unger GmbH in Loosdorf erworben. Der Entsorgungsbetrieb erweitert das Portfolio der Gruppe in Richtung Komplettanbieter auf dem Recycling-Sektor. Die Geschäftsführung hat Maximilian Müller-Guttenbrunn übernommen.

Florian Unger, Michael Haydn und Maximilian Müller-Guttenbrunn bei einer kurzen Lagebesprechung.
Die Wurzeln der Firma Entsorgungen Unger GmbH in Loosdorf geht in die 1950er Jahre zurück. Bis zum Verkauf an die Müller-Guttenbrunn GmbH war das Unternehmen, das sich nach seiner Gründung rasch zu einer fixen Größe in der Region entwickelte, im Familienbesitz. Mit Müller-Guttenbrunn stand Unger als Entsorgungsbetrieb seit Jahrzehnten in geschäftlichem Kontakt. Als die Entscheidung zum Verkauf des Familienunternehmens anstand, wandte sich der Eigentümer Walter Unger an Müller-Guttenbrunn. Es wurden Verkaufsverhandlungen aufgenommen, die Ende 2025 ihren positiven Abschluss für beide Seiten fanden.
Geschäftsführer in Loosdorf ist Maximilian Müller-Guttenbrunn, Sohn von MGG-CEO Mag. Christian Müller-Guttenbrunn. Er ist voll des Lobes, wenn er von der Übergabe des Unternehmens spricht: „Schon die Verkaufsverhandlungen waren von Handschlag-Qualität und gegenseitigem Respekt geprägt. Als die Ausfertigung des Vertrages nur mehr Formsache war, durfte ich bereits in das Unternehmen hineinschnuppern. Ich wurde mit offenen Armen empfangen, konnte Unterlagen einsehen und noch das eine oder andere praktische Detail direkt von Walter Unger für mich mitnehmen.“

Wenn Not am Mann ist, unterstützt Maximilian Müller-Guttenbrunn sein Team auch bei der Arbeit am Platz.
Das Personal wurde von Müller-Guttenbrunn übernommen, was eine Sicherstellung des Firmen Know-Hows sowie die reibungslose Weiterführung des Unternehmens sicherstellt. Maximilian Müller-Guttenbrunn und sein kleines, feines Team arbeiten seit der Übernahme eng zusammen, um die trotz allem herausfordernde Zeit gut zu bewältigen. Das Team liefert seinem neuen Chef jeglichen Support, den er braucht, um das Unternehmen so schnell wie möglich kennen zu lernen. Dafür bekommen sie viel Respekt zurück.
Und wenn es eng wird, packt Max, wie er genannt wird, auch selbst mit an, das hat er im eigenen Familienunternehmen gelernt. „Wenn man mit einem geringen Personalstand ein derart breites Spektrum wie hier bedient, ist es unerlässlich, dass man zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt. Unsere Zusammenarbeit wurde gleich zu Beginn auf die Probe gestellt, da wir einige Krankenstände kompensieren mussten. Es war eine Selbstverständlichkeit für alle, dort einzuspringen, wo es nötig war. Auch ich bin bei der Materialannahme gestanden und habe mit angepackt, das war für mich kein Thema. Hier ist der Teamgeist und die Einstellung zu gemeinsamen Werten und Zielen denen der der Müller-Guttenbrunn Gruppe sehr ähnlich, was mich sehr optimistisch in die Zukunft blicken lässt“.
Entsorgungsunternehmen in Loosdorf ist eine regionale Größe
Unger bietet viel Service für die Region. Eine der Kernkompetenzen des breit aufgestellten Betriebs ist der Container- und Muldenservice für jedermann, auch für Private und Häuselbauer. Das Unternehmen verfügt über rund 500 Container und Mulden, die im Umkreis von etwa 60 Kilometern für die Müllentsorgung zur Verfügung gestellt werden. Die Mulden werden mit den firmeneigenen Fahrzeugen am Einsatzort angeliefert, bei Bedarf entleert und nach Beendigung des Auftrags wieder abgeholt. Im Betrieb – einem reinen Umschlagplatz – wird das Material mit dem Bagger grob getrennt, der Rest wird anschließend von zwei Personen händisch sortiert. Die Fraktionen werden verkauft beziehungsweise der Entsorgung zugeführt. Übernommen wird Bauschutt, Beton, Alteisen, Metalle, Elektroschrott, Kartonagen, Altholz, Eternit, Dämmwolle, Autoreifen, Grünschnitt und Restmüll. Privatpersonen und Kleinunternehmen nutzen die Möglichkeit, ihren Müll selbst anzuliefern. Für Gemeinden werden Sperrmüll-Abholaktionen angeboten.

Unger in Loosdorf gilt als Annahmestelle für Altautos, die zur Schadstoffentfrachtung zu Metrec nach Amstetten verbracht werden.
Auch Altautos werden übernommen, auf Wunsch auch abgeholt. Am Platz werden sie zwischengelagert und später nach Amstetten zur Schadstoffentfrachtung und zum anschließenden Shreddern verbracht. Zusätzlich zum Entsorgungsgeschäft wird direkt auf dem Platz ein Neueisenhandel betrieben, wo nicht nur hochwertiges Neueisen wie Flacheisen, U-Eisen oder Formrohre – seit Neuestem auch Doka-Schalungsplatten – erworben werden können.
Was es aktuell braucht und was danach kommt
Laut Maximilian Müller-Guttenbrunn sind bis auf Weiteres keine größeren Veränderungen geplant. „Im Fokus steht derzeit, dass das bestehende Geschäft weiterläuft wie bisher. Parallel dazu arbeite ich daran, unsere Partnerbetriebe persönlich kennen zu lernen, damit die aktuellen Geschäftsbeziehungen bestehen bleiben“. Auch über dringend anstehende Investitionen hat sich der Neo-Geschäftsführer bereits ins Bild gesetzt: „Oberste Priorität haben einige Reparaturen an den Maschinen, damit diese wieder verlässlich funktionieren. Darüber hinaus gibt es Ansätze, die es aber noch näher zu prüfen gilt. Für konkretere Aussagen zu Veränderungen oder Investitionen ist es nach den wenigen Wochen, die ich hier in Loosdorf tätig bin, noch zu früh“.
Über mögliche Synergien, die sich durch den Kauf der Unger GmbH innerhalb der Gruppe ergeben könnten, hat Maximilian Müller-Guttenbrunn ebenfalls schon nachgedacht, zeigt sich derzeit aber noch zurückhaltend. „Auch hier ist der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen, um zu diesem Thema fundierte Aussagen machen zu können. Ich bin sicher, dass sich durch den Erwerb der Unger GmbH Möglichkeiten bieten, die Potential haben. Ich denke es ist kein Nachteil für Müller-Guttenbrunn, den Einflussbereich in den Osten Niederösterreichs ausweiten zu können. Auch kann – durch das Hinzukommen eines Entsorgungsbetriebes – die Gruppe in Zukunft als „Komplettanbieter“ auftreten. Nicht für die ganz großen Kunden, aber für kleinere und mittlere Betriebe ist das durchaus ein spannendes Thema. Hinzu kommt, dass wir auch Fraktionen wie Altholz, Restmüll oder Bauschutt, die wir bis dato weitergegeben mussten, intern verarbeiten können“.

Maximilian Müller-Guttenbrunn hat viel vor am Standort in Loosdorf. Die Firma bietet Potential, die kommenden Veränderungen werden mit Bedacht geplant und umgesetzt.
Sammeln und sortieren: entscheidende Vorstufe zum Recycling
Die Müller-Guttenbrunn Gruppe verfügt mit dem Erwerb der Firma Unger nun intern über die Vorstufe zum Recycling. Das Sammeln und Sortieren der verschiedensten Fraktionen ist ein essenzieller Baustein von erfolgreichem Recycling. Bevor die verschiedenen Fraktionen dem Wiederverwertungsprozess zugeführt werden können, müssen sie gesammelt, nach Materialien getrennt und sortiert werden. Diese Phase wird oftmals unterschätzt, obwohl sie maßgeblich dafür ist, wie effizient die nachfolgenden Prozesse stattfinden können.
„Hier werden wir zu gegebener Zeit Konzepte erarbeiten, wie wir diese neu erworbene Kompetenz perfekt in unser bereits bestehendes Firmenkonzept einarbeiten können“, wagt Maximilien Müller-Guttenbrunn nun doch einen Blick in die nicht ganz so Zukunft. „Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen durch ihre langjährige Tätigkeit über ein enormes Wissen. Gepaart mit meinen Erfahrungen, die ich innerhalb der Müller-Guttenbrunn Gruppe erwerben durfte, werden wir das Optimum aus dem Standort Loosdorf herausholen. Wir sind in der kurzen Zeit bereits zu einem eingeschworenen Team zusammengewachsen und ich freue mich auf das, was kommt.“
