Manuel Riedl, seit Jahresbeginn Geschäftsführer der Metall Recycling Mü-Gu GmbH und der Metran Aufbereitungsges.m.b.H., ist seit mehr als 15 Jahren in der Branche tätig, seit fünf Jahren gehört er zum Team der Müller-Guttenbrunn Gruppe. Mit Elan, Fingerspitzengefühl und viel Freude an der Materie arbeitet er sich Tag für Tag durch seine Aufgaben.
Herr Riedl, Sie sind seit 15 Jahren in der Abfallbranche tätig. Erzählen Sie uns etwas mehr darüber.
Manuel Riedl: Ja, das stimmt. Ich arbeite seit rund 15 Jahren in der Branche, seit fünf Jahren bei der Müller-Guttenbrunn Gruppe. Zuvor war ich bei einem Abfallaufbereitungs-Unternehmen tätig, das mit der Müller-Guttenbrunn Gruppe zusammenarbeitet. Ich beschäftigte mich damals schon länger mit dem Gedanken, mich beruflich zu verändern. Da kam das Angebot von Metrec genau zur rechten Zeit.
Wie verlief Ihr Einstieg bei Müller-Guttenbrunn, was waren vor fünf Jahren Ihre Agenden im Vergleich zu heute?
Manuel Riedl: Man hat bei Metrec eine Entlastung für Ing. Michael Grimm gebraucht, dafür wurde ich geholt. An seiner Seite konnte ich das Unternehmen kennenlernen und rasch zu einer Unterstützung für ihn werden. Meine Ausbildung und mein technischer Background sind mir dabei sehr zugute gekommen. Mit Ende 2025 hat sich Ing. Grimm nun aus der Geschäftsführung zurückgezogen, um sich auf seinen Ruhestand vorzubereiten. Es dauert zwar noch einige Monate, bis er tatsächlich in Pension gehen wird, doch er hat sich dazu entschieden, bis dahin etwas kürzer zu treten.
Und Sie folgen Ing. Grimm als Geschäftsführer nach?
Manuel Riedl: Genau. Nach seinem Ausscheiden aus der Geschäftsleitung bin ich seit Jahresbeginn sowohl Geschäftsführer der Metran Aufbereitungsges.m.b.H – gemeinsam mit Gunther Panowitz – als auch der Metall Recycling Mü-Gu GmbH – hier in Zusammenarbeit mit Dietmar Berger. Zu meinen Aufgaben bei Metrec gehören primär die technischen Agenden am Platz, das Personal, Maschinen und Anlagen sowie die damit verbundenen Investitionen. Einen nicht unerheblichen Teil meiner Arbeitszeit nimmt der Umgang mit Behörden und den damit verbundenen Erlässen und Verordnungen in Anspruch.

Obwohl Manuel Riedl einen Großteil seiner Arbeitszeit vor dem Computer verbringt, bemüht er sich, für sein Team am Platz präsent zu sein. Zumindest ein Rundgang täglich gehört zu seiner Routine.
Sie sind demnach Ansprechpartner für viele Themen und Anliegen, intern wie extern. Wie gehen Sie in einen typischen Arbeitstag und wie werden Sie bei diesem Pensum Ihrem Team gerecht?
Manuel Riedl: Die Tage sind oft sehr – lassen Sie es mich positiv formulieren – anspruchsvoll und man hat das Gefühl, sie sind zu kurz. Aber ich mag das. Etwas bewegen, Dinge auf Schiene bringen und vorantreiben. Und ich mag die Zusammenarbeit mit Menschen. Mein Team ist für mich extrem wichtig. Eine gute, wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe ist mein Erfolgsrezept bei der Mitarbeiterführung.
Einen typischen Tag gibt es in meinem Arbeitsleben nicht. Aber es gibt Routinen, die ich etabliert habe. Eine davon ist das morgendliche Ankommen in der Firma. Auf dem Weg in mein Büro versuche ich, so viele Kolleginnen und Kollegen wie möglich zu treffen und ihnen einen guten Morgen zu wünschen, verbunden mit der Frage „… alles OK?“. Auch nehme ich mir regelmäßig die Zeit, auf dem Platz meine Runden zu drehen. Auf diesem Weg bekomme ich oft völlig ungezwungen und direkt – quasi „auf dem kurzen Dienstweg“ – Informationen. Es ist mir wichtig, dass ich für mein Team völlig ungezwungen ansprechbar bin. So erfahre ich, wo der Schuh drückt, darüber muss man reden können, völlig direkt und angstfrei. Denn nur so können Dinge verändert werden. Und obwohl ich einen engen Austausch praktiziere, schätze ich an meiner Mannschaft am Platz, dass sie selbständig und eigenverantwortlich arbeitet und sehr genau weiß, was sie tut. Wir haben ein gemeinsames Ziel und die Wege dorthin dürfen gern auch einmal unterschiedliche sein. Alle sind eingeladen, Lösungsvorschläge einzubringen und Neues auszuprobieren. Am Ende finishen wir gemeinsam.
Was schätzen Sie besonders an Ihrem Arbeitgeber?
Manuel Riedl: Die Müller-Guttenbrunn Gruppe ist trotz ihrer Größe ein Familienbetrieb geblieben, und das nicht nur auf dem Papier. Das schätze ich sehr. Ich bin ein Mensch, der seine Arbeit macht und sich selbst nicht so wichtig nimmt. Das passt gut zusammen mit dem Teamspirit bei Müller-Guttenbrunn. Wir haben Spaß an der Arbeit und in der Arbeit. Gefühlt sind alle auf einer Ebene, niemand versteift sich auf Titel oder Position. Alle arbeiten gerne, und Menschen, die gerne arbeiten, arbeiten besser!

Eines der kommenden, großen Projekte, für die Manuel Riedl intern verantwortlich ist, ist die großzügige Modernisierung des MGG-Standorts Amstetten.
Gibt es derzeit „das eine Projekt“, das Ihre Aufmerksamkeit ganz besonders fordert?
Manuel Riedl: Das gibt es tatsächlich, und zwar wird der MGG-Standort Amstetten großzügig modernisiert. Ein an das Werksgelände angrenzendes Grundstück wurde bereits vor längerer Zeit erworben. Derzeit befinden wir uns in der finalen Planungsphase. Ich gehe davon aus, dass die erforderlichen Genehmigungen im Lauf des heurigen Jahres erteilt werden. Die Umsetzung des Bauprojekts ist für fünf Jahre anberaumt. Infrastruktur wie Tankstelle oder Waschplatz für LKWs werden an den Rand des Geländes verlegt, damit die zentralen Flächen für die Lagerung der Fraktionen in Boxen genutzt werden können. Für Batterien und Akkus entsteht ein extra gesicherter und brandüberwachter Bereich. Die Einfahrt samt Waage wird verlegt, die bestehenden Hallen 2/3 und 4 werden abgerissen, ein neuer Bürotrakt wird gebaut, der alte wird kernsaniert und zu einem modernen Sozialgebäude umgebaut. Neben den baulichen Veränderungen werden auch Kabel, Leitungen und Installationen erneuert.
Die Umbauarbeiten stellen den gesamten Standort vor große Herausforderungen, da er bei laufendem Betrieb stattfinden wird. Auch hier kommt wieder der sensationelle Teamgeist des Unternehmens zum Tragen: Gemeinsam schaffen wir das!
Spannende und aufregende Zeiten kommen da auf Sie und den Standort zu. Lassen Sie uns noch ein wenig weiter in die Zukunft blicken: wo sehen Sie die großen Herausforderungen der Branche in den nächsten 10 bis 15 Jahren?
Manuel Riedl: Eine große Herausforderung der Zukunft sehe ich in den immer neuen Verordnungen der EU, die oftmals unverständlich und nicht mit der Realität des Recyclings vereinbar sind. Es kann passieren, dass man eine Anlage nach den geltenden Vorgaben baut, aber noch vor der Fertigstellung die ersten Adaptierungen fällig sind, weil sich die eine oder andere Verordnung geändert hat. Das macht Recycling laufend komplizierter und teurer. Parallel dazu wird aber in Europa eine immer höhere Recycling-Quote gefordert. Hinzu kommt, dass immer mehr (Billig)-Ware importiert wird, die große Schadstoffmengen enthält. Diese Überschreitungen der bei uns geltenden Grenzwerte erschweren den Recyclingprozess zusätzlich. Hier würde ich mir Kontrollen im Bereich Warenimport wünschen. Denn es ist schon seit langem ein Fakt: die Rohstoff-Knappheit schreitet voran, viele Stoffe lassen sich nur unter enormer Umweltbelastung gewinnen oder produzieren. Die Menschheit ist darauf angewiesen, so viele Stoffe wie möglich zu recyceln.
Zu guter Letzt würden wir gerne auch etwas über den privaten Manuel Riedl erfahren. Möchten Sie uns etwas über sich erzählen?
Manuel Riedl: Ich habe drei Jahre als Automatisierungstechniker bei der Fima Lenze Antriebstechnik gearbeitet und anschließend an der FH-Wels „Informelle Informatik“ studiert. Danach fing ich in der Firma Bernegger GmbH an, wo ich die Werksleitung in Enns innehatte. Mit meiner Lebensgefährtin und unseren drei Kindern (12, 16 und 19 Jahre) lebe ich in Ennsdorf, der westlichsten Gemeinde Niederösterreichs. Im Winter fahren wir gerne gemeinsam Schi, im Sommer bin ich viel mit meinem Mountainbike – einem E-Bike der Aktion „firmenradl.at“ – unterwegs. Wenn mir dann noch Zeit bleibt, restauriere ich alte Vespas. Für Ausfahrten habe ich mir vor Kurzem aber ein modernes Modell zugelegt, die bieten dann doch mehr Komfort.
Wir hätten uns gerne noch länger unterhalten, doch es klopft an der Tür und einige Mitarbeiter betreten mit fragendem Blick das Büro. Manuel Riedl hebt bedauernd die Schultern und beendet mit einem „Sorry, ich muss …“ charmant das Gespräch.
Herzlichen Dank für die Zeit und alles Gute für die Zukunft!
