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Juli 13, 2026

Er verfügt über mentale Stärke, ist nicht auf den schnellen Erfolg aus, arbeitet beharrlich an seinen Zielen und ist ein begnadeter Netzwerker. Dieser Eigenschaften kommen Erik Pokorný, bei Metran und Metrec für den Vertrieb in Osteuropa verantwortlich, nicht nur im Beruf zugute. Als Ausgleich zu seinem anspruchsvollen Job läuft der gebürtige Slowake Marathon. Zuletzt war er in Tokio am Start!

Erik Pokorný ist ein Netzwerker. Für seine Kunden und Lieferanten ist er ein zuverlässiger Ansprechpartner.

Herr Pokorný, Sie sind für den Job aus Ihrer Heimat, der Slowakei, nach Österreich übersiedelt. Wie kam’s dazu?

Erik Pokorný: Ich hatte meinen Job in der Slowakei – ich war dort in der Schrottbranche tätig – gerade gekündigt und beschlossen, eine längere Auszeit zu nehmen. Erst danach wollte ich mich aktiv auf dem Arbeitsmarkt umzusehen. An meinem vorletzten Arbeitstag hatte ich Kontakt mit dem Vertreter der Müller-Guttenbrunn Gruppe. Als er erfuhr, dass ich gekündigt hatte, meldete er sich erneut, diesmal mit einem Job-Angebot. Daraufhin wurde ich nach Amstetten zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Die Chemie stimmte auf Anhieb und ich beschloss, anstatt der geplanten Auszeit einen neuen Job anzutreten.

Was hat Sie dazu bewogen, das Angebot der Müller-Guttenbrunn Gruppe anzunehmen?

Erik Pokorný: Ich habe in der Slowakei fünf Jahre an der Wirtschaftsuniversität studiert. Es war mir wichtig, mich zu bilden und mein Spektrum zu erweitern. Nach Abschluss meiner Ausbildung folgten Jobs, die Spannendes und Neues in mein Leben brachten, die mir Entwicklungspotential boten und die meine Erfahrungen und meine Netzwerke wachsen ließen. Letztendlich habe ich mich damals gegen die geplante Auszeit entschieden, weil ich mir sicher war, dass die angebotene Aufgabe meinen Vorstellungen entspricht. Darum war ich auch bereit, all mein Wissen und meine Expertise bei Müller-Guttenbrunn einzubringen. Ich war mir sicher, mich in diesem Job weiterentwickeln zu können. Ich bekam die Agenden von Ein- und Verkauf sowie die Streckengeschäfte für den Osteuropäischen Markt übertragen.  Meine Sprachkenntnisse sind dabei von großem Vorteil. Zu Beginn arbeitete ich von der Slowakei aus, doch schon nach etwa einem halben Jahr bin ich nach Österreich übersiedelt. In einen Ort, der ziemlich genau zwischen Wien und Bratislava liegt, strategisch perfekt für meinen Aufgabenbereich.

Erik Pokorný ist viel unterwegs, ein fixes Büro hat er keines. Auto, Laptop und Smartphone reichen ihm aus.

Wo haben Sie Ihren Stützpunkt, Ihr Büro?

Erik Pokorný: Ein Büro brauche ich nicht. Als Arbeitsmittel reichen mir im Grunde Telefon, Laptop und Auto völlig aus. Ich bin viel unterwegs, arbeite oft vom Hotel aus. In Amstetten bin ich in der Regel alle zwei Wochen, um mich persönlich vor Ort mit meinen Kolleginnen und Kollegen zu besprechen. So verschaffe ich mir einen Überblick, was bei Metec und Metran gerade aktuell ist, welches Material besonders gefragt ist oder wo es im Vertrieb neue Ideen braucht. In Amstetten ist auch mein Back-Office, das mir den Rücken freihält und die Administration für mich erledigt. Diese Unterstützung weiß ich sehr zu schätzen, denn nur so kann ich mich voll auf meine Aufgaben konzentrieren.

Wie arbeiten Sie? Gibt es so etwas wie einen „typischen“ Arbeitstag?

Erik Pokorný: Das Typische an meiner Tätigkeit ist, dass jeder Tag, jede Verhandlung, jeder Geschäftspartner anders ist. Der Vertrieb ist nach wie vor von persönlichen Beziehungen und „analogen“ Meetings geprägt. Man trifft sich, redet miteinander und verhandelt. Nur so kann man das Vertrauen in der Branche aufrechterhalten. Nur so erfährt man, welcher Händler gerade welche Ware hat oder wer am Kupfer-, Aluminium- oder Zinkmarkt was braucht. Besonders bei den Streckengeschäften ist es wichtig, über ein gutes und großes Netzwerk zu verfügen und immer am Ball zu bleiben. Nur so bleibt man im Gespräch und ist in der Lage, lukrative Geschäfte zu machen. Es ist wie an der Börse, die Preise steigen und fallen und so entwickelt sich eine Dynamik, die dafür sorgt, dass kein Tag wie der andere ist. Ständig ist man mit neuen Situationen konfrontiert, die individuelle Lösungen fordern. Manchmal gibt es zu wenig Material auf der einen Seite, mal auf der anderen. Oder es fallen die Preise genau dann, wenn man mitten in Verhandlungen steckt und ein gutes Geschäft Gefahr läuft, zum Gegenteil zu werden. Diese Herausforderungen sind es, die ich an meinem Job so schätze. Ich arbeite aber auch gerne im Team. Wenn intern „Not am Mann“ ist, packe ich mit an. So unterstütze ich beispielsweise meine Kollegen in Rumänien, Tschechien und Ungarn oftmals in der Kommunikation.

Alle zwei Wochen kommt der Vertriebs-Spezialist in die Zentrale, um sich mit seinen Kolleginnen und Kollegen vor Ort persönlich abzustimmen.

Was macht für Sie das Arbeiten für die Müller-Guttenbrunn Gruppe so besonders?

Erik Pokorný: MGG hat sich in der Branche einen guten Namen geschaffen. Die Firma jagt nicht jedem „lukrativen, schnellen“ Geschäft hinterher, sondern setzt auf Kontinuität und langfristige, nachhaltige Zusammenarbeit. Dazu gehört, dass wir nicht ausschließlich jene Geschäfte abschließen, die den höchsten Gewinn bringen, sondern dass wir mit langjährigen Partnern zusammenarbeiten, auf die man sich verlassen kann. Diese wiederum schätzen an uns die Stabilität und Handschlagqualität, die das Unternehmen seit vielen Jahren ausmacht. Diese Attribute geben wiederum mir Sicherheit und Stärke bei meinen Verhandlungen.

Und für Sie persönlich?

Erik Pokorný: Alle hier waren mir gegenüber von Beginn an offen. Von Anfang an hat mich beeindruckt, dass im Unternehmen auf Augenhöhe kommuniziert wird, niemand spielt sich in den Vordergrund. Obwohl die Müller-Guttenbrunn Gruppe eine respektable Größe hat, ist sie nach wie vor ein Familienunternehmen, und das nicht nur auf dem Papier. Man spürt hier überall, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht bloß eine Nummer sind. Es gibt intern viele Team-Aktivitäten, die den Zusammenhalt in der Belegschaft fördern. Die Geschäftsführung agiert mit Weitblick und legt Wert darauf, dass das Unternehmen gut in die Zukunft geführt wird. Die Familie Müller-Guttenbrunn investiert extrem viel, was ich persönlich sehr beeindruckend finde. Dass mit Max Müller-Guttenbrunn bereits die nächste Generation im Unternehmen tätig ist, unterstreicht dieses Mindset noch einmal deutlich.

Bei einem seiner regelmäßigen Termine in Amstetten hat er sich auch bei Metran auf dem Platz umgesehen.

Lassen Sie uns ein wenig hinter die Kulissen blicken: wer ist Erik Pokorný privat?

Erik Pokorný: Wie schon eingangs erwähnt, bin ich 2015 von der Slowakei nach Österreich gezogen. Gemeinsam mit meiner Frau und unseren beiden Töchtern wohne ich in einem Ort östlich von Wien. Unsere ältere Tochter – sie ist 13 – ist in der Slowakei geboren, die jüngere ist 10 Jahre alt und kam bereits in Österreich zur Welt. Meine freie Zeit gehört in erster Linie meiner Familie. Wir verbringen gerne und viel Zeit zusammen, machen Ausflüge oder verreisen. Meine größte Leidenschaft – neben der Familie – ist das Laufen. Ich versuche, so oft als möglich ein Zeitfenster dafür zu finden. Das Praktische an dieser Sportart ist, dass man sie überall ausüben kann. Vor einiger Zeit habe ich damit begonnen, Marathon zu laufen. Dabei steht für mich nicht primär die Endzeit in Vordergrund. Mich beschäftigt viel mehr die Überwindung, die es zum Finishen braucht. Ab Kilometer 30 reicht ein gutes Aufbautraining alleine nicht aus, da kommt der Kopf ins Spiel. Die letzten zwölf Kilometer schafft man nur mit dem entsprechenden Mindset. Mein Ziel ist es, alle sechs „großen“ Marathons dieser Welt zu laufen, im vergangenen Frühjahr war ich in Tokio am Start.

Noch eine Frage zum Schluss: Wie sehen Sie die Recycling-Branche in den nächsten fünf bis zehn Jahren?

Erik Pokorný: Als ich beruflich in die Branche eingestiegen bin, gab es noch nicht viele Unternehmen, die eine große Expertise im Trennen von Materialien hatten. Heute sind wesentlich mehr Mitbewerber am Markt vertreten, wobei viele davon nur das machen, was leicht geht. Ein Trend, der sich in Zukunft fortsetzen wird. Renommierte Firmen wie die Müller-Guttenbrunn Gruppe sind daher gezwungen, laufend neue Verfahren zu entwickeln, die beim Trennen und Recyceln mehr und mehr in die Tiefe gehen. Bei Metran wird beispielsweise gerade an neuen Verfahren gearbeitet, die den Reinheitsgrad bei Buntmetallen erhöhen. Dafür wurde in eine neue Halle und eine entsprechende Anlage investiert. Eine weitere Komponente, die sich zunehmend schwieriger gestaltet, sind die stetig wachsenden Beschränkungen und bürokratischen Hürden, die eine Zusammenarbeit – selbst in Europa – immer aufwändiger machen. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf. Auch die steigende Energiekosten sind für die Branche belastend. Um die Zukunft der Müller-Guttenbrunn Gruppe im speziellen mache ich mir keine Sorgen. Sie ist seit vielen Jahre gut verankert und agiert souverän und professionell und wird sich daher am Markt auch weiter durchsetzen.

Wir bedanken uns sehr herzlich für das Gespräch und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute!